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1 Der Wegweiser Schönes dir betrachte Schlechtes nicht beachte Kluge reden lassen Was gehört erfassen Über vieles schweigen Und nicht alles zeigen Auf Geschwätz nich hören Nie den Nachbar stören Was auch mag geschehen Laß dich wenig sehen Drum Besuche meiden Bleibe stets bescheiden Keinem anvertrauen Auf dich selber bauen Vorteil wirst du haben Stets durch diese Gaben Besten Weg sie zeigen Mach sie dir zu eigen 2 Freunde Du bist,kannst du was bieten Mit Freunden reich beglückt; Vor dem mußt du dich hüten. Der stets die Hand dir drückt. Verlaß dich nicht auf jeden, Wenn er auch viel verspricht, Die allzu freundlich reden, Der'n Worten glaube nicht. Weilst du bei schönen Fraue n, Schon finden sie sich ein; Doch habe kein Vertrauen, Die Freundschaft ist nur Schein. Drum halte mehr zu denen Und weise sie nicht fort, Die Aug' in Aug' erwähnen Ein gut:ein hartes Wort. Wirst heimlich du befehdet, Wer dann mit deinem Feind Nur gutes von dir redet, Der ist dein bester FREUND 3 Das Leben gleicht der Rodelbahn. Wohl dem der Kurven nehmen kann . 4 Sage mir mit wem du umgehst und ich sage dir wer du bist . 5 Wo Liebe rechnet, ist sie Bettelarm. 6 Nimm alles leicht. Das Träumen lass und Grübeln, Sobleibst du wohlbewahrt vor tausend Übeln. 7 Der Mensch lebt und besteht nur eine kurze Zeit. Und alle Welt vergeht mit ihrer Herrlichkeit. Es ist nur einer ewig und an allen Enden und wir in seinen Händen. 8 Schau empor! Da droben lebt einer,ohne dessen Wissen und Willen kommt nichts über dich. Leg deine Hände in seine Hände und sei dessen sicher und gewiss: Er wird alles zu einem guten Ende führen. 9 Sorge, aber Sorge nicht zu viel, es kommt doch alles wie GOTT es will! 10 Glück und Erfolg werden einem nur vergeben, wenn man Grossmütig einwilligt,beide zu TEILEN 11 Das Leben verlieren ist keine grosse Sache: aber zuschauen,wie der Sinn des Lebens aufgelöst wird,das ist unerträglich. 12 Das Universum ist voller Liebe und Weisheit. Nimm all diese himmlischen Gaben in dein Leben auf. 13 Jede Situation, auch die schwierigste,ist der Beginn von etwas Neuem und Wundervollem. 14 Der Mensch hat Mut, der Mensch ist gut, und wenn er mal was Böses tut, dann sollten wirs vergessen Denn da und hie hofft irgendwie ein jeder auf die Amnestie, mit der wir sowas messen. 15 Friedrich Hebbel Aus der Kindheit "Ja, das Kätzchen hat gestohlen, und das Kätzchen wird ertränkt. Nachbars Peter sollst du holen, daß er es im Teich versenkt!" Nachbars Peter hat's vernommen, ungerufen kommt er schon: "Ist die Diebin zu bekommen, gebe ich ihr gern den Lohn!" "Mutter, nein, er will sie quälen. Gestern warf er schon nach ihr, bleibt nichts andres mehr zu wählen, so ertränk' ich selbst das Tier." Sieh, das Kätzchen kommt gesprungen, wie es glänzt im Morgenstrahl! Lustig hüpft's dem kleinen Jungen auf den Arm zu seiner Qual. "Mutter, laß das Kätzchen leben, jedesmal, wenn's dich bestiehlt, sollst du mir kein Frühstück geben, sieh nur, wie es artig spielt!" "Nein, der Vater hat's geboten, hundertmal ist ihr verziehn!" "Hat sie doch vier weiße Pfoten!" "Einerlei! Ihr Tag erschien!" "Nachbarin, ich folg' ihm leise, ob er es auch wirklich tut!" Peter spricht es häm'scherweise, und der Knabe hört's mit Wut. Unterwegs auf manchem Platze bietet er sein Liebchen aus; aber keiner will die Katze, jeder hat sie längst im Haus. Ach, da ist er schon am Teiche und sein Blick, sein scheuer, schweift, ob ihn Peter noch umschleiche - ja, er steht von fern und pfeift. Nun, wir müssen alle sterben, Großmama ging dir vorauf, und du wirst den Himmel erben, kratze nur, sie macht dir auf! Jetzt, um sie recht tief zu betten, wirft er sie mit aller Macht, doch zugleich, um sie zu retten, springt er nach, als er's vollbracht. Eilte Peter nicht, der lange, gleich im Augenblick herzu, fände er, es ist mir bange, hier im Teich die ew'ge Ruh. In das Haus zurückgetragen, hört er auf die Mutter nicht, schweigt auf alle ihre Fragen, schließt die Augen trotzig - dicht. Von dem Zucker, den sie brachte, nimmt er zwar zerstreut ein Stück; doch den Tee, den sie ihm machte, weist er ungestüm zurück. Welch ein Ton! Er dreht sich stutzend, und auf einer Fensterbank, spinnend und sich emsig putzend, sitzt sein Kätzchen blink und blank. "Lebt sie, Mutter?" "Dem Verderben warst du näher, Kind, als sie!" "Und sie soll auch nicht mehr sterben?" "Trinke nur, so soll sie's nie!" 16 Der verwundete Baum Sie haben mit dem Beile dich zerschnitten, Die Frevler - hast du viel dabei gelitten? Ich selber habe sorglich dich verbunden Und traue: Junger Baum, du wirst gesunden! Auch ich erlitt zu schier derselben Stunde Von schärferm Messer eine tiefre Wunde. Zu untersuchen komm ich deine täglich, Und meine fühl ich brennen unerträglich. Du saugest gierig ein die Kraft der Erde, Mir ist, als ob auch ich durchrieselt werde! Der frische Saft quillt aus zerschnittner Rinde Heilsam. Mir ist, als ob auch ichs empfinde! Indem ich deine sich erfrischen fühle, Ist mir, als ob sich meine Wunde kühle! Natur beginnt zu wirken und zu weben, Ich traue: Beiden geht es nicht ans Leben! Wie viele, so verwundet, welkten, starben! Wir beide prahlen noch mit unsern Narben! Conrad Ferdinand Meyer
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